Aktuelles.

v.l.n.r. Sozial-Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer, Landeshauptmann Thomas Stelzer und Landeshauptmann-Stv. Manfred Haimbuchner

Neuer Stadtteil mit Wohnplätzen für Menschen mit Beeinträchtigungen

Miteinander wohnen, leben und arbeiten:
Oberösterreich errichtet erstmals neuen Stadtteil mit 50 Wohnplätzen für Menschen mit Beeinträchtigungen

 

„Ein starkes Bundesland wie Oberösterreich hat eine besondere Verantwortung für Menschen mit Beeinträchtigungen und ihre Familien. Mit dem Oberösterreich-Plan wird der Ausbau der Wohnplätze für Menschen mit Beeinträchtigung konsequent fortgesetzt. Denn Menschen mit Beeinträchtigung gehören in die Mitte unserer Gesellschaft und haben auch das Recht von ihr unterstützt zu werden. In dieser Legislaturperiode werden mit dem OÖ-Plan insgesamt 600 zusätzliche Wohnplätze für Menschen mit Beeinträchtigungen geschaffen. Damit leben wir in Oberösterreich soziale Verantwortung. Bereits jetzt liegt Oberösterreich im Bundesländervergleich bei Betreuungsplätzen im Spitzenfeld.“

– Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer

 

„Wohnen ist in allen Lebenslagen eines der zentralen Grundbedürfnisse. Dementsprechend groß ist die soziale Verantwortung der Politik, in diesem wesentlichen Bereich gute Arbeit zu leisten. Bei der Erfüllung dieser Aufgabe muss man auch an Menschen mit Beeinträchtigungen und Personen, die es im Leben leider nicht leicht hatten, denken. Das Bauvorhaben ist diesbezüglich ein absolutes Vorzeigeprojekt. Hier bietet sich die Möglichkeit eines Miteinanders, das 217 geförderte Mietwohnungen mit 50 betreuten oder betreubaren Wohnplätzen verbindet. Der soziale Wohnbau zeigt hier eine seiner wichtigsten Facetten. Neben der Leistbarkeit, welche gerade in Zeiten explodierender Preise eine besonderen Stellenwert hat, entsteht hier auch ein Stadtteil, der es Menschen in schwierigen Lebenslagen ermöglicht, wieder den Weg in die Mitte der Gesellschaft zu finden.”

– Landeshauptmann-Stv. Dr. Manfred Haimbuchner

 

„Das unter Landeshauptmann Thomas Stelzer gestartete Ausbauprogramm der Wohnplätze für Menschen mit Beeinträchtigungen führen wir im Sozialressort konsequent fort. Rund 400 Wohnplätze wurden von 2017 bis 2021 geschaffen, bis 2027 kommen durchschnittlich 100 weitere pro Jahr hinzu. Beim Projekt Wegscheid steht das einzigartige Miteinander mit Menschen mit Beeinträchtigungen im Mittelpunkt: Erstmals gehen Wohnen und integrative Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Beeinträchtigungen Hand in Hand an einem Ort. Das ist unser oberösterreichisches Zukunftsmodell, wenn es um Inklusion geht.“

– Sozial-Landesrat Dr. Wolfgang Hattmannsdorfer

 

424 zusätzliche Wohnplätze für Menschen mit Beeinträchtigungen von 2017 – 2021

 

Von 2017 bis 2021 wurde die Errichtung von 424 zusätzlichen Wohnplätzen für Menschen mit Beeinträchtigungen veranlasst. Im Zuge des Oberösterreich-Plans von Landeshauptmann Thomas Stelzer wird dieses Ausbauprogramm weiter fortgesetzt.

Allein im Jahr 2022 sind im regulären Budget 523 Mio. Euro für die Betreuung von Menschen mit Beeinträchtigungen vorgesehen, mehr als die Hälfte davon fließt in den Bereich Wohnen (285,3 Mio. Euro). Zusätzlich sind für das Ausbauprogramm im Jahr 2022 aus dem Oberösterreich-Plan insgesamt 6,4 Millionen Euro für den laufenden Betrieb und 4,2 Millionen Euro für Investitionen vorgesehen.

 

600 zusätzliche Wohnplätze bis 2027

 

Oberösterreich bekennt sich dazu, das Ausbauprogramm auch in dieser Periode fortzusetzen. Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer, Landeshauptmann-Stv. Dr. Manfred Haimbuchner und Sozial-Landesrat Dr. Wolfgang Hattmannsdorfer haben sich darauf verständigt, das Ausbauprogramm fortzusetzen und im Land bis zum Jahr 2027 durchschnittlich 100 zusätzliche Wohnplätze pro Jahr zu schaffen.

 

Schwerpunkte im Ausbauprogramm

 

Einen Schwerpunkt bilden Betreuungsplätze für Kinder und Jugendliche, die eine intensive Betreuung aufgrund ihrer psychiatrischen Diagnose und/oder kognitiven Beeinträchtigung benötigen und eine adäquate Betreuung in der Familie nicht gewährleistet werden kann.

 

Alternative Wohnformen stellen für junge Menschen mit einer körperlichen Beeinträchtigung eine selbstbestimmte Möglichkeit des Wohnens dar. Sie leben in kleinen Wohngemeinschaften zumeist zu dritt und werden über Persönliche Assistenz und einer 24-Stunden-Betreuung betreut.

Begleitetes Wohnen ist eine weitere differenziertere Abstufung der Wohnformen. Dort erhalten Menschen mehr Betreuung tagsüber als im teilbetreuten Wohnen, allerdings gibt es keinen Nachtdienst. Mit dem Ausbau dieser Wohnform wird es möglich passgenauer die Personen ihren Betreuungs- und Pflegeerfordernissen zuzuordnen.

Plätze im vollbetreuten Wohnen sind dann für jene Personen reserviert bzw. zugänglich, die diesen umfassenden Unterstützungsbedarf benötigen.

 

Ältere Menschen mit Beeinträchtigungen ab 55 Jahre, bei denen die pflegerische Betreuung im Vordergrund steht, werden integrativ in der Region in einem Alten- und Pflegeheim versorgt werden

 

 

Das Ausbauprogramm 2022

 

  • 64 Wohnplätze entstehen im vollbetreuten Wohnen, 50 davon im größten aller Projekte: die Neuerrichtung in Linz-Wegscheid
  • 15 Plätze entstehen für Kinder & Jugendliche mit Beeinträchtigungen,
  • 4 Intensivpflege werden für Menschen mit apallischem Syndrom („Wachkoma“) geschaffen,
  • 14 Wohnplätze werden für ältere Menschen mit Beeinträchtigungen in den Alten- und Pflegeheimen in den Regionen aufgenommen,
  • 3 Wohnplätze entstehen im Bereich der alternativen Wohnformen,

 

Erste Ausbauphase 2022 – 2025: 80 Millionen Euro aus dem Oberösterreich-Plan

 

Die Mittel für den Ausbauplan werden aus dem Oberösterreich-Plan von Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer bereitgestellt.

 

2022: 10,6 Mio.

2023: 17 Mio.

2024: 23,4 Mio.

2025: 29,8 Mio.

Summe: 80 Mio.

Wohnformen Plätze gesamt 2022 2023 2024 2025
integrative Versorgung in APH-Plätze 39 14 15 10
Apalliker Plätze 4 4
Plätze für Kinder und Jugendliche 24 15 9
Alternative Wohnformen 21 3 3 9 9
Begleitetes Wohnen 62 26 24 12
Vollbetreutes Wohnen 315 64 63 92 96
Summe 465 100 116 135 117

Das größte Projekt im Rahmen des Ausbauprogramms entsteht in Linz-Wegscheid. Hier errichtet die LAWOG derzeit einen neuen Stadtteil mit über 200 Wohneinheiten. Die Fertigstellung erfolgt im Jahr 2023.Miteinander leben, wohnen und arbeiten: Größtes Inklusionsprojekt entsteht in Linz-Wegscheid mit 50 Wohnplätzen

Sozialer Wohnbau 217 geförderte Mietwohnungen

davon 18 Wohnplätze für Menschen mit Beeinträchtigungen

Landespflege- und Betreuungszentrum 32 Wohnplätze für Menschen mit einer psychiatrischen Diagnose & Pflegebedarf

Inklusionsprojekt Linz-Wegscheid

 

Das Land Oberösterreich forciert bei diesem Projekt die „Integrative Beschäftigung“ von Menschen mit Beeinträchtigungen. In diesem Rahmen sollen die Menschen mit Beeinträchtigungen eine Beschäftigung im unmittelbaren Umfeld des Wohnraums finden. Mögliche Tätigkeitsfelder im Bereich des neuen Stadtteils können die Grünraumpflege, Hausverwaltertätigkeiten, die Mitarbeit bei einem Nahversorger oder bei Lebensmittelzustellungen sein.

 

Lebenshilfe Oberösterreich begleitet selbstständige Wohnformen

Im Bauprojekt sind insgesamt 18 Wohnplätze für Menschen mit einer intellektuellen und/oder körperlichen Beeinträchtigung vorgesehen. Diese werden durch die Lebenshilfe Oberösterreich betreut. Ein vielfältiges Team aus etwa 20 Mitarbeiter/innen begleitet und unterstützt die Bewohner/innen. Konkret sind 15 Plätze als vollbetreute, barrierefreie Wohnplätze vorgesehen, zwei Wohnungen werden erstmals als Trainingswohneinheiten genutzt. Zusätzlich wird ein Kurzzeitwohnplatz bereitgestellt, um Angehörige im Linzer Raum zu entlasten.

 

  1. Zwei Trainingswohneinheiten für ein selbstständigeres Leben

Ein innovatives Projekt der Lebenshilfe sind die zwei Trainingswohneinheiten, die im Bauprojekt umgesetzt werden. Diese sind für die Lebenshilfe eine Neuheit, die es bisher nicht gegeben hat. Menschen mit Beeinträchtigungen lernen darin, die Wohn-, Alltags- und Freizeitgestaltung selbstständig in die Hand zu nehmen. Das Angebot richtet sich an Menschen, die sich freiwillig für diese Leistungsart entscheiden und aktiv an der Zielerreichung mitarbeiten möchten und können. Die Verweildauer in den Trainingswohneinheiten ist begrenzt, die Bewohner*innen unterschreiben einen befristeten Bewohnervertrag. Die Begleitungsintensität wird zu Beginn an die Bedürfnisse der Bewohner/innen angepasst und in der Folge reduziert.

 

Neben der selbstständigen Absolvierung der Aktivitäten des täglichen Lebens (u.a. persönliche Hygiene), wird der Fokus auf der Begleitung in die Versorgungsselbstständigkeit auch in der aktiven Nutzung des Sozialraums liegen: Mobilitätstraining (Verkehrssicherheit), Einkauf von Nahrungsmitteln, Umgang mit Geld, Zubereitung von Mahlzeiten, Reinigung der Wäsche und der Wohnung, Freizeitgestaltung/Aufbau und Erhalten von Sozialkontakten, Wahrnehmen von Arztterminen bzw. Behördenwegen. Zum Ende wird die Begleitungsintensität erhöht, um den Auszug und alle dabei aufkommenden organisatorischen Dinge gemeinsam vorzubereiten bzw. zu erledigen. Die Bewohner/innen werden nach positivem Verlauf des Trainings in ein für sie passendes Wohnangebot vermittelt – je nach der dazu gewonnenen Selbstständigkeit in eine Wohnung mit mehr oder weniger Begleitung.

 

  1. Vollbetreutes Wohnen – Arbeit in der Werkstätte

In der Planung dieses Stadtteils wird der Aspekt der Sozialraumorientierung bewusst mitgeplant. Das Ziel bei den Wohnplätzen des Landes ist es, eine weitestgehend selbstbestimmte und selbstständige Lebensführung ebenso zu ermöglichen wie die Teilhabe an der Gesellschaft. Es geht darum, raus aus den Wohneinrichtungen, in den öffentlichen Raum zu gehen, also die Lebensumwelt/Infrastruktur zu erkunden (Geschäfte, Restaurants, Cafés, Grünflächen, Vereine, Veranstaltungen, Kirche,…). Die Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz bietet hier viele Möglichkeiten.

 

Alle Bewohner/innen werden entsprechend ihrer Bedürfnisse rund um die Uhr begleitet. Dafür stehen im Wohnhaus zwei Nachtbereitschaften (eine je Gruppe) zur Verfügung. Das Wohnhaus kann man sich wie eine Wohngemeinschaft (WG) vorstellen. Die Bewohner/innen haben ein eigenes Zimmer mit Sanitärbereich. Daneben nützt jede Wohngruppe eine Küche und ein Wohnzimmer als Gemeinschaftsräume.  Die Mitarbeiter/innen der Lebenshilfe unterstützen dort, wo es notwendig ist und gebraucht wird.

 

Strukturierter Tagesablauf – Arbeit, Haushalt, Gartenarbeit stehen an

Von Montag bis Freitag geht’s kurz vor 8.00 Uhr in die Arbeit, am späten Nachmittag ab 16.00 Uhr füllt sich das Wohnhaus wieder mit Leben und es stehen Alltagssachen wie Putzen, Speiseplan erstellen, Einkaufen und Kochen auf der Tagesordnung. Es werden gemeinsame Spaziergänge und Ausflüge gemacht. Die Bewohner/innen nehmen am Sozialleben teil, bekommen Besuch oder sie besuchen ihre Familien und Freunde.

 

Zur Lebenshilfe OÖ

Die Lebenshilfe ist der größte Träger der Behindertenarbeit in Oberösterreich. Über 1.600 Mitarbeiter/innen begleiten und betreuen rd. 2.000 Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung. Das Angebot in Oberösterreich umfasst mobile Frühförderung und Familienbegleitung in den Bezirken Vöcklabruck & Kirchdorf, Kindergärten, einen heilpädagogischen Hort, Wohneinrichtungen, mobile Betreuung, Werkstätten und Integrative Beschäftigung sowie Cafés, Shops, Galerien sowie Hofläden.

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