Aktuelles.

Klares Bekenntnis zur qualifizierten Zuwanderung – auch im Sozialbereich!

 

„Ich bekenne mich dazu, dass es eine qualifizierte Zuwanderung braucht, damit wir unseren Wohlstand halten können und auch im Sozialbereich eine professionelle, umfassende Pflege und Betreuung sicherstellen können. Qualifizierte Zuwanderung bedeutet für mich, im Ausland top ausgebildete Menschen zu identifizieren und gezielt nach Österreich zu holen, wie es Staaten wie Kanada und die USA seit Jahren vorzeigen.“

-Sozial-Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer

 

In den oberösterreichischen Alten- und Pflegeheimen sind 871 Betten (Stand 31.12.2021) wegen fehlendem Personal unbelegt. Das Sozialressort definiert in einer eigenen Arbeitsgruppe Zielgruppen und Maßnahmen, um zusätzliche Pflegekräfte zu gewinnen. In den letzten Monaten wurden bereits erste Schritte gesetzt, um mehr Menschen von einem sinnstiftenden Job in der Pflege zu begeistern. So liegt der Schwerpunkt u. a. auf:

  • Berufsumsteiger/innen nach der Karenz
  • junge Erwachsene nach dem Ende der Schulpflicht
  • Menschen mit Migrationshintergrund
  • Vertriebene Menschen aus der Ukraine
  • Ausgebildete Fachkräfte aus der EU und aus Drittstaaten

 

Sowohl das Sozialressort als auch die Bundesregierung setzen konkrete Maßnahmen um, um diese Zielgruppen zu erreichen. So wird in Oberösterreich eine eigene Ausbildungsprämie für Berufsumsteiger/innen eingeführt, österreichweit ist die Pilotierung der Pflege-Lehre vorgesehen und Vertriebene aus der Ukraine sollen gezielt für Jobs in der Pflege angeworben werden.

 

„Der Fachkräftemangel trifft und betrifft nicht nur den IT-Bereich und Handwerker, sondern auch den Sozialbereich. Wir arbeiten deshalb daran, junge Leute von einem Job in der Pflege zu überzeugen und die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Für andere Menschen und am Menschen zu arbeiten, muss genauso cool sein wie Apps zu programmieren“, so LR Hattmannsdorfer.

 

Um den Fachkräftemangel zu bewältigen, braucht es auch darüber hinaus weitere Maßnahmen, u. a. auch die Rekrutierung von ausgebildeten Fachkräften aus der EU und aus Drittstaaten. Der Nationalrat beschloss deshalb erst kürzlich die Reform der Rot-Weiß-Rot Karte, um den Zugang von Drittstaatsangehörigen zum Arbeitsmarkt zu erleichtern. Denn alleine beim AMS waren mit Stand Ende Juni österreichweit 141.000 offene Stellen gemeldet. Landesrat Hattmannsdorfer begrüßt daher die Änderungen, wie beispielsweise:

 

  • die angepassten Mindestentlohnungen,
  • die höhere Wertigkeit von Ausbildungen in Mangelberufen
    (z. B. Pflegeassistenz)
  • den digitalisierten Verfahrensablauf.

 

„In Zeiten des Fachkräftemangels muss man sich in allen Bereichen mit der Frage beschäftigen, wie wir gezielt gut ausgebildete Menschen, die die deutsche Sprache lernen wollen, im Ausland ansprechen und nach Österreich anwerben können. Ich begrüße die Lockerungen auf Bundesebene und dass die Antragstellung vereinfacht wird.“

-LR Wolfgang Hattmannsdorfer

 

Bevölkerungsprognose des Landes zeigt: 40.000 pflegebedürftige Menschen mehr bis zum Jahr 2040

 

Daten des Landes Oberösterreich auf Basis der Statistik Austria zeigen, dass die Zahl der über 75-jährigen bis 2040 um rund 95.000 Menschen steigt. Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen wird um rund 40.000 Menschen zunehmen (siehe dazu Grafik).

Abb. 1: Demografische Entwicklung älterer Personen in Oberösterreich

 

Nach erfolgreichem Pilot-Projekt in Perg: Oberösterreich bereitet weitere
Rekrutierung von Pflegekräften aus Drittstaaten vor

 

871 Betten können in Oberösterreich aktuell wegen Personalmangels nicht belegt werden. Der Sozialhilfeverband Perg startete mit dem Land Oberösterreich den ersten Piloten zur Rekrutierung von Pflegerinnen und Pflegern von den Philippinnen. Anfang des Jahres 2022 kamen die ersten philippinischen Pflegekräfte nach Oberösterreich. Die ersten zehn philippinischen Pflegekräfte haben nun im Juli die kommissionelle Ergänzungsprüfung zur Pflegefachassistenz positiv abgeschlossen.

 

Für Landesrat Hattmannsdorfer ist das Pilotprojekt die Grundlage, um im nächsten Schritt noch weitere Pflegerinnen und Pfleger aus Drittstatten zu rekrutieren. Nach dem ersten erfolgreichen Piloten startet im Herbst nun der zweite Call.

 

5-Punkte-Fahrplan zur Rekrutierung von Pflegerinnen & Pflegern aus Drittstaaten

 

Sozial-Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer hat im weiteren Fahrplan zur Rekrutierung von Pflegefachkräften aus dem Ausland fünf Arbeitsfelder definiert:

 

  • Begleitung & Evaluierung der ersten Projektphase mit den ersten Pflegerinnen & Pflegern in Österreich.
  • Start des Nostrifizierungsverfahrensr weitere interessierte Pflegerinnen und Pfleger und Vorbereitung des nächsten Calls für Herbst und Aufnahme in den Deutschkurs vor Ort.
  • Schaffung eines Kompetenzzentrums im Sozialressort, um das Know-how in
    Fragen des Aufenthalts & der Nostrifizierung zu bündeln und als Anlaufstelle zu dienen.
  • Erleichterte Nostrifizierung für Sozialberufe des Oö. Sozialberufegesetzes (Oö. SBG) bzw. im Oö. Berufsqualifikationen-Anerkennungsgesetz (Oö. BAG) durch Schaffung digitaler Angebote der vorgeschriebenen Module, damit der Bedarf regional unabhängig und zielgerichtet abgedeckt werden kann.
  • Vereinfachte Verfahren auf Bundesebene:
  • Die Rot-Weiß-Rot-Karte soll auch als Pflegefachassistent bereits während des Nostrifizierungs-Verfahrens beantragt werden können (aktuell nur bei Pflegekräften mit Diplom)
  • Zudem soll die Nostrifizierung zum Diplomierten Pflegepersonal (DGKP) wie vor 2020 zumindest für eine weitere Übergangszeit bis 2030 wieder in einer Schule für Gesundheits- und Krankenpflege und somit auf Sekundarniveau und nicht nur auf Fachhochschulebene ermöglicht werden. Auch Grundausbildungen zum Diplomierten Personal können noch bis Ende 2023 ohne Matura auf Sekundarniveau begonnen und abgeschlossen werden und auch diese Frist sollte zur Sicherstellung der Pflege bis zumindest 2030 verlängert werden.

 

„Die Bevölkerungsprognose zeigt, es braucht weitere, zusätzliche Einzel-Maßnahmen abseits der bisherigen Fachkräftegewinnung, um ein Altern in Würde sicherzustellen. Genauso wie wir nun versuchen, Ukrainer/innen für den Pflegeberuf zu begeistern, versuchen wir gut ausgebildete Pflegekräfte aus dem Ausland nach Österreich zu holen. Im nächsten Schritt bereiten wir die Aufnahme von weiteren Pflegekräften für den Herbst vor. Denn jede einzelne zusätzliche Pflegekraft in unseren Pflegeheimen ermöglicht die professionelle Betreuung von mehr älteren Menschen in Oberösterreich.“

-Sozial-Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer

 

5.600 Ausbildungsstunden zum philippinischen Bachelor of Science in Nursing: Pflegeausbildung auf den Philippinen im Vergleich zu Österreich gleichwertig.

Die Ausbildung zum „Bachelor of Science in Nursing“ auf den Philippinen dauert
8 Semester und ist mit der österreichischen Ausbildung zum „Bachelor of Science in Health Studies“ mit einer Dauer von 6 Semester vergleichbar.

Die Ausbildung auf den Philippinen umfasst mit Abweichungen zwischen unterschiedlichen Universitäten und abhängig von dort angebotenen Schwerpunkten auf den uns bisher bekannten Universitäten gesamt bis zu 5.600 Ausbildungsstunden, davon rund 2.400 Stunden praktischen Unterricht und bis zu 3.200 Theoriestunden in Krankenpflege und anderen universitären Disziplinen.

In Österreich umfasst die Ausbildung gesamt rund 4.600 Stunden bzw. 180 ECTS, davon zumindest 2.300 Stunden praktischer Unterricht. Der Rest verteilt sich auf Theorieunterricht in Krankenpflege (rund 1.600 Stunden) und anderen universitären Disziplinen (rund 700 Stunden).

 

Nostrifizierungsverfahren zur Anerkennung der Ausbildung:

Die Nostrifizierung ist die Anerkennung eines ausländischen Studienabschlusses als gleichwertig mit dem Abschluss eines inländischen Studiums. Erst mit dieser Nostrifizierung wird die endgültige Berechtigung zur Ausübung des Pflegeberufs in Österreich erreicht. Sollten zur vollwertigen Gleichwertigkeit Ausbildungsinhalte fehlen oder weiter vertieft werden müssen, wird dies im Nostrifizierungsverfahren festgestellt und zur Absolvierung im Rahmen einer Ergänzungsausbildung in Theorie und/oder Praxis mit kommissioneller Ergänzungsprüfung vorgeschrieben.

 

Das Engagement der Pflegerinnen und Pfleger und ihre Ausbildungs– und Integrationsbemühungen sind sehr hoch. Sie haben sich sehr schnell im Team des jeweiligen Alten- und Pflegeheims wiedergefunden und werden auch von den Bewohnern/innen gut angenommen und akzeptiert.

-Bezirkshauptmann Werner Kreisl

 

Philippinnen: Staat mit langer Tradition der Arbeitsmigration

Philippinische Pflegekräfte verfügen über eine qualitativ hochwertige Ausbildung im Zuge ihres Bachelorstudiums „Bachelor of Science in Nursing“. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO kommt weltweit der Großteil von gut qualifizierten Pflegekräfte von den Philippinen. Zudem verfügen sie über sehr gute Englischkenntnisse, was eine gute Kommunikation von Projektbeginn an ermöglicht. Zusätzlich gibt es eine lange Tradition der Arbeitsmigration auf den Philippinen und eine erleichterte Integration aufgrund der westlichen Orientierung.

 

Die junge Bevölkerung hat einen hohen Pflegeethos gegenüber alten und kranken Menschen und ist mit ihrer empathischen, freundlichen und hilfsbereiten Mentalität prädestiniert im Pflegebereich zu arbeiten.“

-Bezirkshauptmann Werner Kreisl

 

 

Studienabschluss, Deutsch vor Einreise, Ergänzungsprüfungen zur Ausbildung als Voraussetzungen: Der Recruiting-Prozess

 

  • Identifikation von geeigneten Pflegerinnen & Pflegern vor Ort
    1. Voraussetzung: Abschluss des Bachelors of Science in Nursing
      (8 Semester)
  • Durchführung von Screening & digitalen Bewerbungsgesprächen
    1. Über 100 Bewerbungsgespräche im ersten Jahr
  • Auswahl & Deutsch-Zertifizierung vor Einreise nach Österreich
    1. Auswahl geeigneter Bewerber/innen
    2. 3-6 monatiger Deutschkurs (Sprachniveau B1)
  • Ausreise & Onboarding in Oberösterreich: Anstellung beginnend als Heimhelfer/innen (20 Wochenstunden)
  • Einsatz in APH & Upgrade der Ausbildung durch:
    1. Ergänzungsprüfung #1: Pflegefachassistenz (PFA)
    2. Vertiefung Deutschkenntnisse (Sprachniveau B2, Dauer: 3 – 6 Monate)
    3. Ergänzungsprüfung #2: DGKP (Diplomierte Gesundheits- & Krankenpflege)

+ Begleiteter Integrationsprozess vor Ort

 

Der Prozess im Detail

  • Suche nach Interessenten auf den Philippinen durch einen Partner vor Ort.
  • Jobinterviews zwischen Pflegekräften auf den Philippinen und Heimträgern in OÖ (via Videotelefonie).
  • Die ausgewählten Bewerber/innen nehmen auf den Philippinen am von OÖ aus initiierten Ausbildungsprogramm „Deutschzertifikat B1“ teil (3-6 Monate).
  • Vorbereitung der Ausreise von den Philippinen und Einreise nach Oberösterreich – Transfer nach und Onboarding in OÖ.
  • Start des Nostrifizierungsverfahrens in Österreich (Anerkennung als Pflegefachassistent [ca. 6 Monate], parallel bereits Praxis in einem Alten- und Pflegeheim (kommissionelle Ergänzungsprüfung in einer Schule für Gesundheitskrankenpflege sowie Praktikum in der Akut- bzw. Langzeitpflege).
  • Parallel dazu weiterhin Verbesserung der Deutschkenntnisse und Ablegung der B2-Prüfung.
  • Weiterführung Nostrifizierungsverfahren zur Anerkennung als Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger [weitere 6 Monate]), parallel bereits Arbeit als Pflegefachassistent in einem Alten- und Pflegeheim (kommissionelle Ergänzungsprüfung auf der Fachhochschule für Gesundheitsberufe OÖ sowie Praktikum in der Akut- bzw. Langzeitpflege).

 

Foto: Land OÖ/Antonio Bayer

Diesen Beitrag teilen

Weitere Themen

Mit dem Ferialpraktikanten des Sozialressorts aus dem letzten Jahr hat Jugend-Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer zum Abschluss des Praktikums kurz die Rollen getauscht.

Oö. Ferialjobbörse vermittelt auch heuer wieder 4.000 Ferialjobs

Zum Endspurt der Bewerbungsphase bietet die Ferialjobbörse nochmals weitere 200-300 offene Stellen an   „Der Wohlstand von morgen hängt davon ab, ob wir junge
LR Dr. Wolfgang Hattmannsdorfer, Thomas Gangl (CEO-Borealis), LH Mag. Thomas Stelzer und JKU-Rektor Univ-Prof. Dr. Stefan Koch

MORE-Initiative der JKU und Borealis gibt geflüchteten Menschen Aufstiegs- und Bildungsperspektive

  Deutschkenntnisse sowie Arbeit und Ausbildung sind der Schlüssel, um in Österreich Fuß fassen zu können. Die MORE-Initiative der Johannes Kepler Universität Linz gibt
Staatssekretärin Plakolm, Geschäftsführerin Verein FSJ Elisabeth Marcus, FSJ-Absolventin Zoe Maurer, Landesrat Hattmannsdorfer präsentieren die Möglichkeiten im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahrs

Freiwilliges Soziales Jahr als Sprungbrett für den Sozial- und Gesundheitsbereich

  „Der Zivildienst ist der Headhunter für den Sozialbereich, wenn es um junge Männer geht. Mit dem Freiwilligen Sozialen Jahr öffnen wir diese Tür
Integrations-Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer, Bundesminister Martin Kocher und stv. AMS-LGF Markus Litzlbauer gemeinsam mit zwei beim AMS Ausländer/innen Fachzentrum angestellten Ukrainerinnen Frau Inna Kucherenko und Frau Svitlana Kohlfürst.

Aktive Arbeitsmarktvermittlung von Ukrainer/innen

    „Gemeinsam mit dem AMS hat das BMAW seit Ausbruch des russischen Angriffskriegs in der Ukraine vielfältige Maßnahmen auf den Weg gebracht, um
Mechelens Bürgermeister Bart Somers, Schwedens Arbeits- und Integrationsminister Johan Pehrson und Landesrat Hattmannsdorfer tauschen sich bei der Integrationskonferenz der belgischen Ratspräsidentschaft in Mechelen aus.

Europäischer Integrationsfonds soll Deutschvermittlung und Arbeitsmarktintegration in den Regionen unterstützen

Austausch auf internationaler Ebene zeigt: Integration muss eingefordert und Regelverstöße müssen sanktioniert werden – gleichzeitig braucht es eine klare Integrations- und Arbeitsmarkt-Perspektive für Zugewanderte.

Linzer Volksgarten im Fokus

3.600 Anwohner*innen wurden befragt   Bereits seit längerem steht der Linzer Volksgarten in Diskussion. Das ursprünglich positive Image dieser großen innerstädtischen Parkanlage wird vor
Skip to content