Aktuelles.

Sozial-Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer und die Direktorin der Altenbetreuungsschule Oberösterreich präsentieren die Umsetzung weiterer Maßnahmen der Fachkräftestrategie Pflege.

Flexible und digitale Pflegeausbildung

Maßnahmen für eine attraktive Pflegeausbildung durch modulare und hybride Ausbildungsformen, sowie Absolvierung während der Dienstzeit

 

Oberösterreichische Pflegeausbildung wird digitaler und flexibler

 

„Im Wettbewerb um die besten Köpfe müssen wir bereits in der Pflegeausbildung attraktiver werden und auf die Bedürfnisse der Interessierten eingehen. Wir gestalten daher den Berufseinstieg in die Pflege möglichst niederschwellig und erleichtern gleichzeitig durch eine digitale und flexible Pflegeausbildung die Weiterqualifizierung, die noch dazu zur Hälfte während der Dienstzeit geschehen kann“, betont Landesrat Dr. Wolfgang Hattmannsdorfer.

 

„Die Covid-Pandemie hat auch bei der Altenbetreuungsschule für einen Digitalisierungsschub gesorgt, den wir jetzt nachhaltig verankern werden. Wir legen besonders darauf Wert, dass Ausbildungsinhalte praxisnahe vermittelt werden. Dort wo es uns möglich ist, wollen wir aber flexibler werden und auch digitale Lerninhalte anbieten. Wir setzen daher auf Eigenverantwortung beim Lernen, immerhin ist diese Kompetenz auch im späteren Berufsalltag in der Pflege enorm wichtig“, so die Direktorin der Altenbetreuungsschule Mag.a Wilma Steinbacher.

 

Stützkräfte als niederschwelliger und schneller Berufseinstieg in die Pflege

  • Neue Berufsgruppe Stützpersonal seit Jahresbeginn
  • Niederschwelliger Einstieg ohne pflegerische Vorausbildung
  • Ausbildungsverpflichtung sorgt für Höherqualifizierung und Qualitätssicherung

50% der Ausbildungszeit können in Dienstzeit erfolgen

  • 50% der Dienstzeit kann für Ausbildungszwecke genutzt werden
  • Modell „Ausbildung und Anstellung“ wird weiterentwickelt

Digitale und damit orts- und zeitunabhängige Pflegeausbildung

  • Erster digitaler Pilotlehrgang für Heimhilfe ermöglicht eine zeit- und ortsunabhängige Absolvierung der Ausbildung
  • Kombination aus Präsenz- und digitaler-Lehre sowie Selbststudium
  • Lediglich rund 1/5 der 220 Unterrichtseinheiten Theorie ist in Präsenz erforderlich

Karriere in der Pflege durch modulare Ausbildung

  • Unkomplizierte Weiterqualifizierung auf Grund aufeinander abgestimmter Lehrinhalte in Form von Modulen der Berufsbilder Heimhilfe, Pflegeassistenz und Fachsozialbetreuung
  • Vorhandene Berufliche Qualifizierung bei Ausbildungsabbruch
  • Ausweitung des bestehenden Angebots auf weiteren Standort

 

 

Umsetzung zentraler Maßnahmen der Fachkräftestrategie Pflege für eine attraktive Pflegeausbildung

 

Oberösterreichs Antwort auf die Herausforderungen in der Pflege ist die Fachkräftestrategie Pflege, die seit Jahreswechsel konsequent umgesetzt wird. Der aktuelle Fokus liegt auf Maßnahmen, um die Ausbildung attraktiver und modernen zu gestalten.

 

Im Zuge der Fachkräftestrategie Pflege wurde von mehreren Seiten der Wunsch vorgebracht, die Ausbildung in der Betreuung und Pflege flexibler zu gestalten: Gerade für berufstätige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Personen mit Erziehungspflichten soll die Ausbildung noch einfacher neben der Arbeit ermöglicht werden – ohne sich extra Zeit freischaufeln und lange Anfahrtswege in Kauf nehmen zu müssen. Zudem sollen Ausbildungen verstärkt modular aufgebaut werden, um bei einem vorzeitigen Abbruch trotzdem eine berufliche Qualifizierung zu haben bzw. später einfacher wieder einzusteigen.

 

Zentrale Maßnahmen der Fachkräftestrategie Pflege im Bereich attraktive Ausbildung werden umgesetzt:

 

11. Erleichterung der Berufsbegleitung durch Ausbau digitaler und hybrider Ausbildungsformen
12. Stärkung modularer Ausbildungen zur Flexibilisierung der Ausbildung und Erreichung von Zielgruppen – insbesondere von jenen mit familiären Verpflichtungen
30. Qualitätssicherung in der Betreuung und Pflege: Ausbildungsverpflichtung für Stützpersonal innerhalb von zwei Jahren; Die berufsbegleitende Ausbildung kann zu 50 Prozent in der Dienstzeit absolviert werden.

 

 

Erster digitaler Heimhilfe-Lehrgang startet als Pilotversuch: Lernen im eigenen Tempo und ohne lange Anfahrtswege

 

Die Altenbetreuungsschule des Landes hat in den letzten Monaten intensiv an der Digitalisierung ihrer Ausbildung gearbeitet. Am 10. Oktober 2023 startet der erste digitalisierte Ausbildungslehrgang zur Heimhilfe.

 

Als Pilot wurde bewusst die Heimhilfe-Ausbildung ausgewählt. Denn seit Jahresbeginn 2023 besteht die Möglichkeit, die neue Berufsgruppe des Stützpersonals in den Alten- und Pflegeheimen anzustellen, wenn diese innerhalb eines Jahres eine berufsbegleitende Ausbildung zu einem Betreuungs- und Pflegeberuf beginnen und innerhalb von zwei Jahren abschließen. Diese Ausbildung wird durch Programme der „Ausbildung mit Anstellung“ unterstützt und kann zu 50 Prozent in der Dienstzeit absolviert werden.

 

In vielen Alten- und Pflegeheimen – über ganz Oberösterreich verteilt – wird dieses Angebot bereits in Anspruch genommen. Ein zentraler Ausbildungsstandort ist für die neue Berufsgruppe oft schwer zu erreichen und die Anfahrtswege teilweise sehr lange. Um sie daher zu unterstützen, wird der neue digitalisierte Ausbildungslehrgang allen Stützkräften zur Verfügung gestellt, die eine Ausbildung zur Heimhilfe absolvieren möchten.

 

Die Vorteile für die Teilnehmenden:

  • Mit diesem neuen Online-Unterricht bleiben den Ausbildungsteilnehmenden die oft langen Anfahrtszeiten zu den Schulstandorten erspart.
  • Das Lernen zuhause kann selbst gesteuert werden, d.h. freie Zeiteinteilung und mehr Flexibilität bei den Online-Blöcken
  • Die Ausbildungsinhalte können unkompliziert abgerufen werden: zeitlich unabhängig, von überall und vor allem auch mehrmals und im eignen Tempo, was insbesondere bei einer berufsbegleitenden Ausbildung eine wichtige Entlastung ist.
  • Es können noch mehr Interessenten und Teilnehmer als bisher erreicht werden.
  • Komplexe Lerninhalte lassen sich zum Beispiel mit 3D-Animation grafisch aufbereiten und darstellen.
  • Das Lernen wird von den Lehrkräften der Altenbetreuungsschule eng begleitet. Es sind Präsenztermine möglich, um sich zum Lernstoff auszutauschen oder Fragen abzuklären.

 

Von den 220 theoretischen Unterrichtseinheiten werden 124 Einheiten online in Form von E-Learning durchgeführt. 48 Einheiten sind im Selbststudium zu absolvieren. Weitere 48 Einheiten finden in Präsenzunterricht statt, um die praktische Ausbildungsqualitätssicherung und den Praxistransfer (z.B. durch Simulationstrainings und Trainings von Handgriffen) sicherstellen zu können. Die 200 Stunden Praxis bleiben selbstverständlich aufrecht.

 

 

Abbildung 1: In den Lehrvideos werden Lehrinhalte verständlich vermittelt und können bei Bedarf immer wieder wiederholt werden

 

Der erste Pilot des neuen Lehrgangs „Digi-Heimhilfe“ startet am 10. Oktober 2023 und wird mit Anfang Mai 2024 abschließen. Die Einheiten des Präsenzunterrichts werden am Hauptstandort Linz und an den regionalen Standorten der ABS durchgeführt. Anmeldungen sind bereits möglich unter https://www.altenbetreuungsschule.at/bildungsangebot/ausbildungen/heimhilfe#termine

 

Ziel ist, dass die digitalisierte Ausbildung nach erfolgreicher Pilotierung in den Regelbetrieb übergeht und auf weitere Berufsbilder ausgeweitet wird.

 

„Interessierte an einer Pflegeausbildung dürfen nicht daran scheitern, dass sie Kinder haben oder aus abgelegenen Regionen kommen. Deshalb setzen wir neue Impulse. Es kommt uns dabei entgegen, dass Oberösterreich das einzige Bundesland ist, das eine eigene Schule für Altenbetreuung und -pflege hat. Mit unserer hervorragenden Altenbetreuungsschule können wir solche neuen Ausbildungsformen testen und dem Wunsch viele Ausbildungsinteressierten nachkommen“, betont Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer.

 

Modulare Pflegeausbildung erleichtert Durchlässigkeit und Ausbildungseinstieg

 

Um die Durchlässigkeit der Ausbildung zu verbessern, wird die Pflegeausbildung in Oberösterreich außerdem verstärkt in Modulen angeboten. Nach der erfolgreichen Pilotierung am Standort Linz weitet die Altenbetreuungsschule die modulare Ausbildung auf den Standort Gaspoltshofen aus. Die Berufsbilder Heimhilfe, Pflegeassistenz und Fachsozialbetreuung werden nicht mehr einfach separat ausgebildet, sondern in einem Lehrgang gemeinsam gestartet. Das ist möglich, weil die Lehrinhalte im Curriculum so gestaltet sind, dass die Berufsbilder reibungsfrei aufeinander aufbauen.

 

Die Vorteile der modularen Ausbildung:

  • Bei Abbruch der Ausbildung scheiden die Lehrgangsteilnehmer nicht ohne berufliche Qualifikation aus, sondern können unmittelbar – auf der jeweils erreichten Stufe – in das Berufsleben einsteigen.
  • Umgekehrt können bereits ausgebildete Heimhelferinnen und Heimhelfer nahtlos in die weiterführenden Module der Pflegeassistenz oder Fachsozialbetreuung einsteigen.

 

Die Grundlage für die modulare Ausbildung wurde mit der neuen oö. Sozialberufeverordnung bereits im Frühjahr 2023 gelegt.

 

Neue wichtige Berufsgruppe der Stützkräfte

 

Um die bestehenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege und Betreuung zu unterstützen und zu entlasten, sieht die Oö. Alten- und Pflegeheimverordnung seit 1. Jänner 2023 explizit den Einsatz von Stützpersonal vor. Bis zu 10% des Personals in einem Alten- und Pflegeheim kann aus dieser Berufsgruppe stammen. Ziel dieser Novelle ist es, den Personaleinsatz in Alten- und Pflegeheimen flexibler zu gestalten und auch neue Personalressourcen zu erschließen. Denn die Berufsgruppe des Stützpersonals benötigt noch keine spezielle Ausbildung, muss aber für den Einsatz in einem Alten- und Pflegeheim persönlich und gesundheitlich geeignet sein, um eine Ausbildung in der Betreuung und Pflege beginnen zu können.

 

Die Stützkräfte verpflichten sich innerhalb von zwei Jahren eine weiterführende Ausbildung in der Pflege abzuschließen. Durch diese Ausbildungsverpflichtung werden die Stützkräfte schrittweise als Fachkräfte hochqualifiziert. Dies trägt wesentlich dazu bei, längerfristig qualifiziertes Personal aufzubauen, gleichzeitig soll es zur Entlastung der unmittelbaren Pflege und Betreuung beitragen.

 

Als Tätigkeitsrahmen für Stützkräfte sind insbesondere hauswirtschaftliche, administrative und organisatorische Tätigkeiten vorgesehen sowie die Unterstützung in der sozialen Betreuung. Konkret bedeutet das unter anderem:

  • Unterstützung des Fachpersonals bei der Körperpflege von pflegebedürftigen Bewohnern und Motivation und Begleitung der Bewohner;
  • Unterstützung des Fachpersonals bei der Inkontinenzversorgung von Bewohnern
  • Unterstützung des Fachpersonals im Bereich der Kleidung und der Versorgung der persönlichen Wäsche und Kleiderauswahl, z.B. jahreszeitliche Kleidung auswählen
  • Unterstützung bei den Mahlzeiten, z.B. Bewohner zur Mahlzeit vorbereiten oder die Mahlzeit herrichten
  • Unterstützung im Rahmen der jahreszeitlichen Alltagsgestaltung und tagesstrukturierender Maßnahmen, z.B. Dekoration entsprechend der jeweiligen Jahreszeit und Beschäftigung mit jahreszeitlichen Themen

 

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