Aktuelles.

LR Dr. Wolfgang Hattmannsdorfer und Diplom-Soziologe Kenan Güngör

Fördern und fordern – Deutsch als Schlüssel zur gelungenen Integration

Präsentation der Studie „Bedarfsanalyse & Evaluierung der Deutschlernstrukturen in Oberösterreich“

 

 

Keine Integration ohne Deutsch – Deutschförderungen werden auf den Prüfstand gestellt

 

„Integration gelingt in Oberösterreich durch Deutsch, Arbeit und Respekt. Deutsch ist der Schlüssel zu unserer Gesellschaft und Grundlage zur Verständigung. Dazu brauchen wir wirksame und zielgruppengerechte Deutschangebote. Deswegen haben wir die Sprachförderungen in Oberösterreich auf den Prüfstand gestellt und wollen sie anhand der Ergebnisse neu aufstellen.“

– Integrations-Landesrat Dr. Wolfgang Hattmannsdorfer

 

„Oberösterreich zeichnet sich als Wirtschaftsstandort aus, der von internationalem Zuzug geprägt ist. Es kommen Menschen mit unterschiedlichen Vorrausetzungen, Perspektiven und Lebensrealitäten. Über ein entsprechend differenziertes und laufend zu adaptierendes Deutschkurs-Angebot in Oberösterreich bemüht sich das Land, dieser Dynamik und Diversität gerecht zu werden. Denn die Deutschkompetenzen sind ein wichtiges Vehikel für ein selbstverantwortliches Leben, sie fördern die Selbstwirksamkeit wie auch die Selbsterhaltungsfähigkeit.

– Dipl.-Soz. Kenan Güngör

 

Das Erlernen der deutschen Sprache ist in Oberösterreich Grundvoraussetzung für Integration und gesellschaftliche Teilhabe. Zudem eröffnet sie den Weg in den Arbeitsmarkt und die Selbsterhaltung. Es braucht dafür den Willen der Zuwanderer, Deutsch zu lernen, aber auch ein entsprechendes Angebot der Aufnahmegesellschaft.

 

Im März 2021 hat der Landesrechnungshof einen kritischen Bericht zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in Oberösterreich vorgelegt. Kritikpunkt war vor allem die fehlende Messbarkeit der Wirkung von Maßnahmen und Förderungen. Das hat Integrations-Landesrat Hattmannsdorfer zum Anlass genommen, die Deutsch-Förderstrukturen in Oberösterreich auf Treffsicherheit untersuchen zu lassen. Im Juni 2022 erfolgte der Auftakt für die Studie „Bedarfsanalyse & Evaluierung der Deutschlernstrukturen in Oberösterreich“, deren Ergebnisse nun vorlegen. Für Landesrat Hattmannsdorfer war von Beginn an klar, dass es in der Struktur der Deutschförderungen Änderungen braucht – die im Jahr 2022/23 gesetzten neuen Maßnahmen wurden jetzt auch von den Studienergebnissen bestätigt.

 

 

 

Seit Amtsantritt im Integrationsressort umgesetzt:

 

  1. Verankerung von Deutsch, Arbeit und Respekt als Leitlinie

Mit Jahreswechsel wurden die Förderrichtlinien der Integrationsstelle so adaptiert, dass nur mehr Kurse und Projekte gefördert werden, die dem Leitbild „Deutsch, Arbeit & Respekt“ entsprechen. Damit zahlt jeder Fördereuro auf das Leitbild des Integrationsressorts ein.

 

  1. Systemumstellung bei Deutschförderungen

Ebenfalls mit Jahreswechsel wurde die Pauschalförderung nach Kursen abgeschafft. Somit wird nur mehr individuell nach Teilnehmer-Anzahl im Kurs abgerechnet, was eine Durchmischung der Zielgruppen ermöglicht. Zudem wird verhindert, dass Kurse aufgrund einer zu geringen Teilnehmerzahl abgesagt werden. Damit kommen in Summe auch mehr Kurse zustande.

 

  1. Neues, flexibles Angebot mit den „Hallo in OÖ“-Kursen

Für Vertriebene aus der Ukraine wurden im Jahr 2022 die gefragten „Hallo in OÖ“-Kurse mit 2.000 Kursplätzen entwickelt. Diese waren auch ein ergänzendes Angebot zu den Kursen des ÖIF und AMS. Sie vermitteln niederschwellig die wichtigsten Kommunikations-Vokabeln und ein Basis-Sprachwissen bzw. Infos über Oberösterreich. Dieses Kursmodell soll auch für Syrer ausgerollt werden.

 

  1. Einführung von Deutschpflicht in der Sozialhilfe & Bemühungspflicht in der Grundversorgung

Als erstes Bundesland hat Oberösterreich mit der Novelle des Sozialhilfe-Gesetzes eine Deutschpflicht in der Sozialhilfe eingeführt. Für den Bezug der Sozialleistung muss der Besuch von Deutschkursen nachgewiesen werden, ansonsten wird die Sozialhilfe schrittweise bis zu 50 % gekürzt.

 

Zudem wurde für Ukraine-Vertriebene die Bemühungspflicht in der Grundversorgung eingeführt: Die Leistungsbezieher müssen sich beim AMS vormerken lassen und an Jobbörsen teilnehmen. Entsprechende Nachweise sind der Caritas und der Volkshilfe, die die Grundversorgung auszahlen, vorzulegen.

 

  1. Verbesserte Abstimmung zwischen Fördergebern und Kursträgern

2022 wurden in einem ersten Schritt die Deutsch-Förderungen insbesondere mit den Partnern ÖIF und AMS harmonisiert. Dazu gehört speziell die vermehrte Zusammenarbeit mit dem ÖIF sowie die Abstimmung mit dem AMS.  Gemeinsam mit dem ÖIF wurden im Jahr 2022 mit 6.000 angebotenen Kursplätzen eine Rekordzahl an Kursplätzen zur Verfügung gestellt. Damit wurde die Anzahl an Plätzen im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht.

 

Diese Ableitungen wurden aus den Studienergebnissen getroffen:

 

  1. Deutsch und Alphabetisierung bereits in der Grundversorgung

Erhebungen in den Grundversorgungseinrichtungen zeigen einen hohen Alphabetisierungsbedarf bei Asylwerbern. Daher sollen Deutsch- und Alphabetisierungskurse für Asylwerber mit hoher Bleibeperspektive (Syrer) vermehrt bereits in der Grundversorgung angeboten werden. Damit wird eine Tagesstruktur geschaffen und es erfolgt bereits eine Qualifizierung für den Arbeitsmarkt.

 

  1. Neue niederschwellige Angebote für die Alltagskommunikation

Damit Asylwerber rasch die Alltagssprache erlernen, wird ein neues, niederschwelliges Kursangebot abseits der bisherigen Kategorien geschaffen. Konkret werden die „Hallo in OÖ“-Kurse, die 2022 speziell für Ukraine-Vertriebene angeboten wurden, auch für die Zielgruppe der Syrer, die eine hohe Bleibeperspektive haben, ausgeweitet. Ein entsprechendes Pilotprojekt wird auch gemeinsam mit dem ÖIF geplant.

 

  1. Ausbau von zielgruppenorientierten Sprachkursen für Mütter mit Kinderbetreuungs-Pflichten (wie z.B. Mama lernt Deutsch, Kommunikations-Kurse)

Für Mütter mit Kinderbetreuungspflichten braucht es maßgeschneiderte Kurse. Die „Mama lernt Deutsch“-Kurse, bei der den Müttern Sprache für den Alltagsgebrauch vermittelt und parallel auch Kinderbetreuung angeboten wird, nehmen auf diese Konstellation Rücksicht. Diese Formate werden daher weiter zielgerichtet ausgebaut.

 

  1. Neue Konzeption von Deutsch in Betrieben

Besonders am Arbeitsmarkt ist die deutsche Sprache ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg. Das Deutschangebot in Firmen wird daher den veränderten Herausforderungen in der Arbeitswelt angepasst und ein eigenes Förderangebot für Unternehmen und Betriebe aufgelegt. Damit sollen Mitarbeiter unkompliziert und breitflächig ihre Deutschkenntnisse verbessern können.

 

  1. Ausbau digitaler Lerninhalte

Kurs-Teilnehmer wiederholen Lerninhalte vor allem digital mit dem Smartphone via Sprachlern-Apps und soziale Plattformen. Geplant sind daher Kooperationen mit Sprachlern-Apps mit der Einführung eigener „OÖ-Sprachpakete“, damit die deutsche Sprache sowie Kenntnisse zu Oberösterreich spielerisch erlernt werden können.

 

„Förderungen müssen unbürokratisch, zielgruppenorientiert und wirksam sein. Wir dürfen Fehler der letzten Jahre nicht wiederholen, sondern müssen Deutschlernen noch stärker zur Priorität machen. So verhindern wir das Abdriften an die Ränder der Gesellschaft und das Entstehen von Parallelgesellschaften.

– Integrations-Landesrat Dr. Wolfgang Hattmannsdorfer

 

Güngör: Breites Angebot notwendig, es braucht aber mehr Differenzierung und Flexibilität

 

Zur Erhebung wurde seitens der Studienautoren die bestehende Angebotsstruktur analysiert, außerdem wurden Interviews mit Stakeholdern aus dem Integrationsbereich geführt. Zudem wurden mehrere Expertenrunden aus dem Bereich Deutscherwerb, Arbeit und Bildung eingesetzt.

 

Nach Abschluss der Interviews wurden zwölf Fokusgruppen entlang von Zielgruppen und Handlungsfelder durchgeführt; darunter neuzugewanderte Personen aus Drittstaaten, Geflüchtete, Kinder und Jugendliche sowie Personen mit Migrationshintergrund.

 

Beleuchtet wurde in einem ersten Schritt die Art der Förderungen. Hinsichtlich der Förderzuständigkeit haben nämlich der Bund über den ÖIF bzw. das Land eine geteilte Zuständigkeit. Zielgruppen, die in die ÖIF-Schiene fallen, dürfen nicht parallel über das Land OÖ adressiert werden. Das macht die Förderstruktur komplex und nimmt wichtige Zeit in Anspruch, in der die Asylwerber bereits die Sprache lernen könnten.

 

Übersicht über Fördergeber und deren Zielgruppen

Fördergeber Zielgruppe
ÖIF
  •  Deutschvermittlung bis zum Niveau B1 für
    •  Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte und
    •   Asylwerber mit Bleibewahrscheinlichkeit von 80%+ (insb. Syrer)
  •  Migranten mit Aufenthaltsrecht für Vertriebene (Ukrainer)
Land OÖ
  • Deutschangebote für Asylwerber mit Bleibewahrscheinlichkeit über 50 %
  • Zugezogene Migranten
AMS OÖ
  • Qualifizierungskurse und Niveaukurse für Personen, die beim AMS vorgemerkt sind

 

Hinsichtlich der Zuteilung zu Kursen nimmt der ÖIF folgende Priorisierung vor:

  1. Geflüchtete mit Zuerkennung seit 2014
  2. Geflüchtete mit Zuerkennung vor 2015 bis zu den Niveaus B1
  3. Förderungen B2/C1 für Geflüchtete
  4. Förderung für Asylwerber mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit (nur Alphabetisierung und A1)

 

Deutschkurs-Träger in Oberösterreich sind:

  • AMS
  • Berufsförderungsinstitut (BFI)
  • Caritas
  • Volkshilfe
  • Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI)
  • Volkshochschulen (VHS)
  • Weitere private Anbieter

 

Deutschlern-Motivation tendenziell hoch

 

Der Grund für das Deutschlernen ist meistens der Wunsch, dauerhaft in Österreich bleiben zu wollen und sich im Alltag und Berufsleben sprachlich gut orientieren und kommunizieren zu können. Auch Arbeitsplatz und die Bewältigung des Alltags wurden genannt. Die Befragten wollen so gut Deutsch sprechen, dass sie ohne Probleme oder Auffallen mit Österreichern im Alltag kommunizieren können. Die befragten Deutschkursteilnehmenden zeigten sich durchwegs motiviert.

 

Die Motivation zum Deutschlernen nimmt durch längere Wartezeiten tendenziell mit der Zeit ab. Nachdem einige Teilnehmende der Zielgruppe des Bundes Wochen bis Monate auf einen Deutschkurs (aufgrund der zentralisierten Einstufung durch den ÖIF und der Priorisierung) warten müssen und währenddessen auch die Lebensumstände problematisch sind (Traumata, Belastungsstörungen), ist es schwierig, sich auf den Deutschspracherwerb zu konzentrieren.

 

 

 

Schnelle Asylverfahren als Chance & Herausforderung

Auch jahrelange Asylverfahren erschweren die Sprachlern-Motivation mangels Garantie, im Land bleiben zu dürfen. Zugleich traten in OÖ auch gegenteilige Fälle auf: Die Schnelligkeit, in der manche Asylverfahren – insbesondere von Syrern – abgeschlossen wurden, gaben keine Zeit, um einen Deutschkurs zu absolvieren. Die Personen siedelten bei Statuszuerkennung oftmals in ein anderes Bundesland und brachen dementsprechend den Kurs ab.

 

Die Deutschkursträger berichteten, dass Personen, die anfangs verpflichtet waren, Deutsch zu lernen, während des Kurses Freude und Motivation daran entdeckten. Eine Verpflichtung ist somit sinnvoll, um das Deutschlernen zu entdecken. Insbesondere Personengruppen, die zuvor nicht erreicht wurden, können verpflichtend erreicht werden. Das gilt auch für die Teilnahme aufgrund der Integrationsvereinbarung oder auf Basis von Vereinbarungen mit dem AMS: Der Kurs wurde gerne absolviert und nicht als Pflicht angesehen.

 

Viele Asylwerbende interpretieren jedoch das Deutschlernen als Teil der Integration – wie es auch von Land und Bund vermittelt wird – und möchten möglichst vor Abschluss des Asylverfahrens viel Deutsch erlernen, um a) sich besser verständigen und orientieren zu können b) ihre Integrationsbereitschaft unter Beweis zu stellen und das Asylverfahren somit positiv zu beeinflussen und c) um möglichst schnell erwerbstätig zu werden.

 

Herausforderungen im ländlichen Raum

Insbesondere in ländlichen Regionen stellen die bislang nicht miteinander kombinierbaren Förderschienen zwischen Bund und Land ein erhebliches Problem dar, da oft zu wenig Teilnehmende pro Kurs zusammenkommen. Zum Beispiel gab es bei den Erhebungen den Fall, dass ein syrischer Deutschkursteilnehmer den A2-Kurs des Ortes besuchen wollte, nachdem er den A1-Kurs positiv abgeschlossen hatte. Im betreffenden Ort gab es eine Kursförderung im Rahmen der Richtlinie „Hallo in Oberösterreich“. Nachdem aber diese Kursschiene spezifisch auf Ukraine-Vertriebene landesfinanziert wird, durfte die Person, die unter ÖIF-Richtlinien gefördert war, diesen Kurs nicht besuchen, obwohl es noch freie Kursplätze gab und die Deutschlehrerin hierfür angefragt hatte.

 

Praktisch führen solche bürokratischen Hürden zu einem Mangel an Teilnehmenden pro Deutschkurs und gleichzeitig zu einem ungedeckten Deutschkursbedarf bei individuellen Deutschkursteilnehmenden. Es gilt festzuhalten, dass diese Form der Unterstützung in diesen Fällen die einzigen Möglichkeiten darstellen, Hilfe zu erhalten.

 

Gerade im ländlichen Bereich braucht es das Engagement Ehrenamtlicher. Es braucht einerseits eine gute Koordination sowie eine verbesserte Sichtbarkeit und Anerkennung der Ehrenamtlichen und ihrer Leistungen im Land und zugleich eine flächendeckende Deutschkursversorgung von professioneller Seite. Eine Verbindung von Ehrenamt und Deutschförderkursen ist insofern sinnvoll, da mit wenig Res-sourcen Kontakt und Austausch zwischen der Bevölkerung und den neu Hinzugekommenen geschaffen werden könnte. So könnten wertvolle Momente geschaffen werden, um Deutsch im Alltag durch einen Austausch zu erlernen.

 

Deutsch & Arbeit

Erwerbstätigkeit wird als Ergänzung gesehen, kann den Deutscherwerb aber auch erschweren, weil dann Deutschkurse finanziell weniger hoch gefördert werden. Deutschkurse werden z.B. vom AMS vor allem in niedrigeren Deutschsprachniveaus finanziert und auch nur so lange noch keine Erwerbstätigkeit vorliegt, da die primäre Intention des AMS die Jobvermittlung ist. Aufgrund von Existenzdrucks verzichtet die Zielgruppe dann auf die Vertiefung und Erweiterung der Deutschkenntnisse oder Professionalisierung beruflicher Fähigkeiten und nimmt vorzugsweise Jobs im Niedriglohnsektor an. Sobald man erwerbstätig ist, hat man Deutschkurse zumindest zu Teilen selbst zu bezahlen – abhängig davon, ob man das angestrebte Deutschkursniveau für die Integrationsvereinbarung benötigt. In diesen Fällen werden Deutschkurse dann teilweise von Landesseite gefördert. Das AMS finanziert Deutschkurse nur bis zur Erwerbstätigkeit.

 

Deutschkurse und Arbeitszeiten kollidieren außerdem in der Praxis oftmals miteinander. Abendkurse sind daher ein beliebtes Angebot bei berufstätigen Deutschlernenden. Dennoch sind hier die Anforderungen hoch, bei einem Vollzeitjob abends zusätzlich Niveaukurse zu besuchen. Deutscherwerb und Erwerbstätigkeiten müssen sich nicht zwangsweise gegenseitig begrenzen, sondern könnten sich in dafür geeigneten Settings optimal ergänzen, z.B. durch fachspezifische Kurse oder durch Möglichkeiten des Arbeitgebers, Deutschkurse zu besuchen, z.B. innerhalb der Arbeitszeit oder mit dieser vereinbar.

 

Herausforderungen für Frauen und Mütter

Daneben ist es für Frauen, insbesondere mit Kindern, schwer Deutschkurse, v.a. Niveaukurse, zu besuchen, da Frauen vorwiegend die anfallenden Betreuungstätigkeiten innerhalb der Familie verrichten. Umso wichtiger sind Formate wie „Mama lernt Deutsch“-Kurse, die in einem niederschwelligen, offenen Format für Mütter organisiert werden und die mit einer gleichzeitigen Kinderbetreuung stattfinden. Bei diesem Angebot handelt es um ein offenes Format, das von allen besucht werden kann. Diese Öffnung ist zu befürworten, führt allerdings auch dazu, dass v.a. Personen mit niederen Deutschsprachniveaus teilnehmen.

 

Flexible Kurse

Insbesondere für Personen mit wenig formaler Schulbildung oder auch im Extremfall für Analphabeten braucht es besonders intensive, flexible und kreative Lernsettings in Kleingruppen. Die aktuellen regulären Angebote sind für diese Personengruppe kaum schaffbar, um die Schriftsprache zu lernen. Eine ehrenamtliche Helferin, die vormals Lehrerin war, berichtet davon, dass es nur in Kleingruppen von unter acht Personen schaffbar sei, Personen zu alphabetisieren, um sie dann in einen Regelkurs zu überführen. Insbesondere, weil es sich bei Analphabeten oft um ältere Personen handelt, denen Lernkompetenz fehlt und denen es schwerer als jüngeren Personen fällt, neue Fertigkeiten zu lernen.

 

Digitale Angebote

Beinahe alle befragten Personen gaben an, digitale Medien zum Deutscherwerb zu verwenden. Die meisten verwenden Apps (Duolingo, Babbel), YouTube, TikTok und andere kostenlose Zugänge für den Deutscherwerb. Wichtig ist dabei, dass mit nur wenigen Ausnahmen fast alle Personen das Smartphone als Endgerät verwenden und keinen Laptop. Dennoch könnte ein Potenzial für Deutscherwerb darin liegen, Onlinematerialien und -kurse auszubauen.

 

 

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