Aktuelles.

Integrations-Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer und der Integrationsbeauftragte des Landes OÖ Simon Ziegelbäck präsentieren die Schwerpunkte im Integrationsressort.

Deutsch, Arbeit und Respekt. Schwerpunkte im Integrationsressort 2024

LR Dr. Hattmannsdorfer präsentierte die Schwerpunkte im Integrationsressort für das kommende Jahr: So sollen etwa im Rahmen der Deutschförderung die Kursplätze weiter ausgebaut werden und auf rund 5.200 Plätze steigen. Beinhaltet sind auch Kursangebote für Zielgruppen wie Mütter sowie Asylwerberinnen und Asylwerber mit Bleibeperspektive oder Deutschkurse in Betrieben.

 

„Unser Zusammenleben besteht in Oberösterreich aus Rechten und Pflichten. Wer bei uns leben möchte, muss sich an unsere Integrationsleitlinie Deutsch, Arbeit und Respekt halten, dann stehen auch alle Chancen offen – das ist unser Aufstiegsversprechen in Oberösterreich. Das bedeutet: Deutsch lernen von Tag eins, weil es der Schlüssel zur Gesellschaft ist. Arbeiten, um sich selbst erhalten zu können. Und der Respekt vor unseren Werten, Normen und unserer Art des Zusammenlebens.

– Integrations-Landesrat Dr. Wolfgang Hattmannsdorfer

 

„Die Umsetzung der Leitlinien in den Fördervoraussetzungen zeigt deutliche Wirkung. Die Einführung der Kursplatzförderung in der Deutschkurs-Richtlinie lässt die Teilnahmen ansteigen und die Nachfrage nach den von der Integrationsstelle initiierten Respekt.OÖ-Workshops ist auffallend hoch. Besonders hervorzuheben ist Möglichkeit der inkludierten Kinderbetreuung während der Kurse, ein innovativer Ansatz, der 2023 vermehrt in Anspruch genommen wurde. Für 2024 setzen wir uns das Ziel, diese Erfolge auszubauen und weitere wegweisende Maßnahmen zu implementieren.“

– Leiter der Integrationsstelle OÖ Mag. Simon Ziegelbäck

 

In Kürze:

·         Oberösterreich ist ein weltoffenes Land. Es braucht aber klare Regeln des Zusammenlebens – daher setzt das Integrationsressort seinen Schwerpunkt Deutsch, Arbeit und Respekt auch 2024 konsequent fort.

·         Im Rahmen der Deutschförderung werden die Kursplätze weiter ausgebaut und sollen auf rund 5.200 Plätze weiter steigen.

·         Dabei liegt ein Fokus auf der Entwicklung von zielgruppenspezifischen Kursen: also eigene Kursangebote für bestimmte Zielgruppen wie Mütter und Asylwerber mit Bleibeperspektive, sowie der Ausbau von niederschwelligen Alltags-Deutschkursen und Deutschkursen direkt in Betrieben.

·         Im Rahmen des Schwerpunktes Arbeit liegt der Fokus auf der Arbeitsvermittlung von Asylberechtigten und Personen mit Migrationshintergrund aus der Sozialhilfe heraus und der Vorbereitung für den Arbeitsmarkt von Asylwerber mit Bleibeperspektive.

·         Oberösterreich startet in diesem Rahmen 2024 mit ersten Piloten zur Verpflichtung von Asylwerbern zu kommunalen und gemeinnützigen Hilfstätigkeiten.

·         2024 wird der Respekt-Schwerpunkt weiter ausgebaut: Wertekurse sollen verstärkt auch in Schulen angeboten werden und thematisch um aktuelle Themenkomplexe (Nahost-Konflikt, Antisemitismus etc.) erweitert werden.

·         Um den interreligiösen Dialog zu stärken, wird das Integrationsressort verstärkt den Austausch mit der Islamischen Glaubensgemeinschaft suchen.

 

 

Schwerpunkte im Integrationsressort 2024

 

Deutsch

·         Ausbau der Kursplätze auf rund 5.200

·         Ausbau niederschwelliger Alltagskurse

·         Einführung zielgruppenspezifischer Kursformate bspw. für Mütter und Frauen

·         Flexibilisierung von Deutschkursen durch Kurse an Randzeiten und in Betrieben

·         Fokussierung auf Deutschvermittlung und Alphabetisierung von Asylwerbern mit hoher Bleibeperspektive

Arbeit

·         Qualifizierung von Asylwerbern mit hoher Bleibeperspektive

·         Hallo-in-Oö Kurse für Asylberechtigte in der Sozialhilfe

·         Pilotierung von Programmen zur gemeinnützigen und kommunalen Hilfstätigkeit bei Asylwerbern

·         Regionale Jobvermittlung von vertriebenen Ukrainer/innen

Respekt

·         Ausbau der „Respekt-OÖ“ Schulworkshops um weitere, aktuelle Themen

·         Einführung von Streetwork-Angeboten im digitalen Raum

·         Weiterentwicklung von Streetwork-Angeboten mit Fokus auf Respekt

·         Ausweitung der Peer-Ausbildungen

·         Schulung von Jugendzentrums-Leiter

·         Stärkere Zusammenarbeit mit den Jugendkontaktbeamten

Interreligiöses Zusammenleben

·         Stärkung des Interreligiösen Dialogs

·         Einführung von Deutschkursen für Imame

·         Reform der Unterrichtsmaterialien für Moscheevereine

 

Menschen mit Migrationshintergrund in Oberösterreich – ein Überblick

 

Insgesamt 331.100 mit Migrationshintergrund leben nach Daten des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) im Jahr 2023 in Oberösterreich, das sind 22,2 % der Gesamtbevölkerung.

Entwicklung in Oberösterreich, Quelle: ÖIF, Migration & Integration in Zahlen

Entwicklung in Oberösterreich, Quelle: ÖIF, Migration & Integration in Zahlen

Definition Migrationshintergrund: Personen, deren Eltern beide im Ausland geboren worden sind. Personen, die selbst im Ausland geboren wurden, zählen zur „ersten Zuwanderungsgeneration“, in Österreich geborene Nachkommen von im Ausland geborenen Eltern zur „zweiten Zuwanderungsgeneration“

 

 

Mit 32 % war der Anteil der im Ausland geborenen Bevölkerung an der gesamten Bevölkerung im Bezirk Wels (Stadt) am höchsten, gefolgt von den Bezirken Linz (Stadt) mit 28,2 % und Steyr (Stadt) mit 22,5 %. Die geringsten Anteile von im Ausland geborenen Personen wiesen mit 6,0% bzw. 4,6% die Bezirke Rohrbach und Freistadt auf.

 

Nahezu jeder zweite Euro fließt in die Deutschförderung

 

„Wer sich bei uns einbringen und etwas leisten möchte, der soll bei uns Chancen und Möglichkeiten haben. Das ist unser Aufstiegsversprechen im Integrationsressort. Deutsch ist der Schlüssel zu unserer Gesellschaft, darum fließt nahezu jeder zweite Euro im Integrationsressort in die Deutschförderung“, erklärt Landesrat Hattmannsdorfer.

 

Für Integration sind im OÖ-Budget 2024 10,6 Millionen Euro veranschlagt (+ 4,11 % im Vergleich zum Vorjahr): davon werden 4,6 Millionen Euro für Maßnahmen zur Deutschförderung ausgegeben

 

 

Schwerpunkt Deutsch: Ausbau der Deutschkursplätze, Ausbau von fachspezifischen Kursen für eigene Zielgruppen

 

„Wer fordert, muss auch fördern. Es braucht neben der Pflicht und unserer klaren Erwartungshaltung, Deutsch zu lernen auch ein umfassendes Angebot. Daher wollen wir auch im Jahr 2024 die Kursplätze für Deutsch weiter ausbauen. Neue Schwerpunkte setzen wir auf das Erlernen von Alltagssprache und bieten Angebote für einzelne Zielgruppen, zum Beispiel erziehende Mütter, an. Seit Übernahme des Integrationsressorts 2021 haben wir die Anzahl der Plätze kontinuierlich ausgebaut“, so Integrations-Landesrat Hattmannsdorfer.

 

 

Kontinuierlicher Ausbau der Deutschkursplätze seit 2021

 

Zusätzlich werden in Oberösterreich Sprachkurse über den ÖIF angeboten. In den letzten Jahren ist es gelungen vermehrt Förderungen des ÖIF nach Oberösterreich zu holen:

 

2021 2022 2023
(Prognose)
2.259 6.632 7.000

Anzahl der Kurse, die über den ÖIF angeboten und finanziert werden.

 

„Wir haben die Zusammenarbeit mit dem ÖIF im Bereich der Deutschplätze massiv ausgebaut und konnten in diesem Bereich vermehrt Fördergelder für Oberösterreich abholen. Damit können wir in Oberösterreich noch mehr Kursplätze anbieten“, so Landesrat Hattmannsdorfer.

 

Ausbau niederschwelliger und zielgruppengerechter Deutschkurse, Rasche Sprach- und Alphabetisierungskurse für Asylwerber

 

Weiterer Ausbau der Kursplätze

Allgemeines Ziel ist es, die Kursplätze für das Deutschangebot weiter auszubauen. Im kommenden Jahr 2024 ist das Ziel, rund 5.200 Kursplätze anzubieten.

 

Hinzu kommen noch die Sprachkurse, die in Oberösterreich gemeinsam mit dem ÖIF angeboten werden. Hier wurde die Zusammenarbeit zwischen dem oö. Integrationsressort und dem ÖIF nochmals intensiviert. Mit Ende des Jahres werden es knapp 7.000 Plätze sein, die in Summe angeboten wurden – 2024 soll diese Zahl wieder erreicht werden.

 

Niederschwellige Deutschkurse durch Alltagsdeutsch

Die meisten derzeit angebotenen Sprachkurse bilden für ein bestimmtes Sprachniveau aus (A1, A2 für Anfänger; B1, B2 für Fortgeschrittene – sog. Niveaukurse). Die vom Integrationsressort beauftragte Studie zu den Deutschlern-Strukturen in Oberösterreich, die Mitte des Jahres präsentiert wurde, hat gezeigt, dass es mehr Kurse braucht, die Inhalte flexibel und an die Alltagssituation angepasst vermitteln. Diese „Alltagsdeutsch“-Kurse werden 2024 weiter ausgebaut und in bestimmten Bereichen Niveaukurse ablösen.

 

Fokus auf die Vermittlung von Sprachfähigkeiten für Frauen und Mütter

Im Rahmen der Studie zudem Frauen und Mütter (mit Betreuungspflichten) als relevante Zielgruppe definiert. Vielfach wird diesen die gesellschaftliche Teilnahme aus religiösen oder familiären Gründen verwehrt – Deutschkurse sind der Schlüssel, um diese Strukturen aufzubrechen. Die VHS bietet bereits mit dem Kurs „Mama lernt Deutsch“ einen Sprach- und Wertekurs für Mütter an, bei dem auch eine Kinderbetreuung inkludiert ist. Derartige Kursformate, die auf die Situation von Müttern zugeschnitten sind, werden ebenfalls 2024 ausgeweitet.

 

Ausbau von Deutsch in Betrieben & Kursen zu Tagesrandzeiten

Bestehende Kurszeiten sind aktuell oft mit einer Erwerbstätigkeit schwer vereinbar. Daher sollen im kommenden Jahr Kurse flexibilisiert werden und speziell

  • auch zu Tagesrandzeit angeboten werden (z.B. für Schichtarbeiter) und
  • auch direkt in den Betrieben angeboten werden.

 

Die Verschränkung von Deutscherwerb und Erwerbstätigkeit soll daher im Jahr 2024 weiter ausgebaut werden.

 

Deutschkurse bereits in der Grundversorgung für Asylwerber mit hoher Bleibeperspektive und Alphabetisierungskurse

ÖIF-Erhebungen haben gezeigt, dass 7 von 10 Asylwerbern alphabetisiert werden müssen. Ziel muss daher sein, dass Asylwerber von Tag eins die deutsche Sprache erlernen. Insbesondere Asylwerber, die mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit einen positiven Asylstatus erhalten (Syrer, 64% pos. Anträge 2023), sollen die Zeit des Asylverfahrens bereits intensiv für Deutschkurse nutzen. Bereits im Frühjahr 2024 sollen erste Piloten starten, bei denen Asylwerber bereits in der Grundversorgung Deutsch lernen und dabei auch bereits mit Arbeitstrainings für den Arbeitsmarkt vorbereitet werden.

 

Schwerpunkt Arbeit: Arbeitsmarktqualifizierung und Piloten für Hilfstätigkeiten für Asylwerber

 

„Rund ein Viertel der Sozialhilfe-Bezieher sind Asylberechtigte. Hier besteht ein klarer Systemfehler, denn wir müssen verhindern, dass Flüchtlinge direkt vom Asylverfahren ins Sozialsystem wandern. Daher ist es wichtig, dass wir Asylwerber bereits während des Verfahrens durch entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen auf den Arbeitsmarkt vorbereiten“, so Landesrat Hattmannsdorfer.

 

  • Jeder Vierte Sozialhilfeempfänger/-innen ist Asylberechtigte/-r
  • mehr als 40% der Sozialhilfeempfänger/-innen sind nicht österr. Staatsbürger

 

Aufenthaltsstatus männlich weiblich Gesamt
Österr. Staatsbürger 1.407 1.741 3.148
EU/EWR/Schweiz 179 283 462
Asylberechtigt 715 736 1.451
Drittstaatsangehörige 106 196 302
Sonst. Daueraufenthaltsrecht 41 81 122
Gesamt 2.448 3.037 5.485

Sozialhilfe-Bezieher im Oktober 2023.

 

 

Grundversorgung bei Asylwerbern für Arbeitsmarktvorbereitung nutzen

Aktuelle Situation Flucht und Grundversorgung

 

 

Top 7 Nationen Grundversorgung in OÖ:

Land Anzahl
Ukraine 3.684
Syrien 2.152
Afghanistan 706
Türkei 518
Somalia 431
Irak 111

 

Asylanträge nach Nationen und Entscheidungen; Quelle: BMI

 

Ausweitung der „Hallo in OÖ“-Kurs für Asylwerber und Asylberechtigte in der Grundversorgung

Die „Hallo in OÖ“-Kurse wurden für Ukraine-Vertriebene konzipiert, damit sich diese rasch im Alltagsleben zurechtfinden und gleich in den Arbeitsmarkt einsteigen können. Nach dem gleichen Vorbild werden im kommenden Jahr „Hallo in OÖ“ Kurse auch für Asylwerber mit hoher Bleibeperspektive breit ausgerollt und auf Asylberechtigte in der Sozialhilfe ausgeweitet, damit diese rasch in Arbeit vermittelt werden können.

 

Pilotprogramme zu kommunalen und gemeinnützigen Hilfstätigkeiten

Asylwerber haben eine Verpflichtung dem Land gegenüber, das sie aufnimmt. Es ist zumutbar, dass jemand der Schutz und Hilfe in Anspruch nimmt, der Aufnahmegesellschaft Zeit schenkt und einen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenleben leistet. Ich bin davon überzeugt, dass der kommunale oder gemeinnützige Beitrag wie Grünraumpflege oder Flurreinigung von Asylwerbern zur besseren Akzeptanz und Integration beiträgt“, so der Integrations-Landesrat.

 

Kommunale Hilfstätigkeiten für Asylwerber sind bereits jetzt freiwillig möglich:

  • Im Auftrag der Gemeinden nach einem definierten Leistungskatalog (Flurreinigung, Instandhaltungsarbeiten, Unterstützung bei Gemeinde-Hilfsdiensten, Grünraumpflege etc.)
  • Zu einem Stundensatz von 3-5 €/Stunde bis zu einem Betrag von 110 €
  • Maximale Stundenanzahl: Monatlich 22 Stunden

 

Im September wurde ein Antrag Oberösterreichs, auf rechtliche Prüfung einer Verpflichtung von Asylwerber zu Hilfstätigkeiten, von den Flüchtlingsreferenten der Länder einstimmig angenommen. Das Innenministerium hat nun Klarheit geschaffen, dass eine Verpflichtung rechtlich möglich ist und von den Bundesländern individuell umgesetzt werden kann.

 

Für 2024 plant das Integrations- sowie Grundversorgungsressort eine schrittweise Umsetzung dieser Verpflichtung zu Hilfstätigkeiten:

  • Evaluierung, Überarbeitung und Ausweitung des aktuellen Leistungskatalogs durch das BMI
  • parallel Vorbereitungen in Oberösterreich zur Umsetzung von Pilotprojekten unter Einbindung von NGOs, kirchlichen und konfessionellen Organisationen (Ausweitung des Leistungsspektrum)
  • Danach Umsetzung erster Piloten in einzelnen Gemeinden mit kommunalen Hilfstätigkeiten sowie sozialen bzw. gemeinnützigen Aktivitäten (z.B. Mitarbeit in Sozialmärkten, Unterstützung bei Essen auf Rädern, etc.)

 

Erfolgreiche Vermittlung von Ukrainer/innen in den Arbeitsmarkt

 

In Oberösterreich wohnhaften Ukrainer/innen seit Ausbruch des Krieges

 

Ukraine-Vertriebenen konnten in Oberösterreich besonders rasch in den Arbeitsmarkt vermittelt werden. In OÖ wurden doppelt so viele vertriebene Ukrainer/innen in den Arbeitsmarkt vermittelt als in anderen Bundesländern, 22,4% aller in Österreich beim AMS vorgemerkten Ukrainer/innen sind in Oberösterreich. Das ist insbesondere auf die intensive Kooperation mit dem AMS zurückzuführen, beispielsweise durch Veranstaltungen in den Regionen. 2024 wird es gemeinsam mit dem AMS wieder landesweit regionale Jobbörsen geben, bei denen Vertriebene direkt an interessierte Unternehmen vermittelt werden können.

 

Schwerpunkt Respekt: Weiterer Ausbau von Werte- und Respektschulungen und Fokus auf digitalen Raum

 

Das Integrationsressort fördert für unterschiedliche Zielgruppen und in unterschiedlichen Kontexten Respekt- und Werteschulungen. Schwerpunkt sind hier einerseits „Respekt“-Workshops der Volkshilfe in Schulen, um migrantische Jugendliche zu erreichen. Dieser Respekt-Schwerpunkt wird auch 2024 fortgeführt und ausgebaut.

 

Ein zweiter Fokus liegt auf der Zusammenarbeit mit der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGÖ). Erstmals wurden in diesem Jahr die Ergebnisse einer Studie zum Moscheeunterricht präsentiert, die gezeigt haben, dass der Moscheeunterricht (bei uns in etwa vergleichbar mit Firm-Unterricht) wenig mit der österreichischen Lebensrealität zu tun hat – eine Überarbeitung und Neukonzeptionierung des Moscheeunterrichts findet daher gemeinsam mit der IGGÖ statt.

 

Schwerpunkte im Jahr 2024 im Bereich Respekt:

 

Fortführung des Respekt-Schwerpunktes in Schulen

Insbesondere die Workshops für Schüler/innen im Rahmen von „Jugend im Dialog“ sowie mit dem neuen „Respekt OÖ“-Schwerpunkt wurden von Schulen im Nachgang der Halloween-Ereignisse vermehrt angefragt und gebucht. Der Fokus bei der Abhaltung liegt insbesondere bei Schulen im Zentralraum mit einem hohen Anteil von Schüler/innen mit Migrationshintergrund. Die Workshops werden für 2024 thematisch adaptiert (u.a. rund um den Themenkomplex Nahost; Hamas-Terror; Umgang mit Antisemitismus) und weiter auf Schulen ausgerollt.  

 

Kampf gegen Radikalisierung im Hinterzimmer „Digitaler Raum“ und Social Media

 

Eine neue Herausforderung in der Vermittlung von Werten bzw. in der Verhinderung von Radikalisierung ist der digitale Raum. Online-Influencer nutzen Algorithmus getriebene Plattformen wie TikTok, um Hass und Hetze zu schüren. Gemeinsam mit dem Familienbund startet ab 2024 gemeinsam mit dem Integrationsressort ein Online-Streetwork-Programm.

 

Das Pilotprojekt des Familienbundes soll mit einer einstelligen Anzahl an Streetworkern insbesondere junge Menschen zwischen 12 und 27 Jahren in sozialen Netzwerken und Gaming-Communitys erreichen und dabei schnell und anonym beraten. Ein besonderer Fokus liegt dabei in der Früherkennung von Radikalisierungs- und Extremismustendenzen.

 

Dafür anfällige User sollen im digitalen Raum abgeholt und begleitet werden, um auch Anschluss in der analogen Welt zu finden. Im Sinne des Schwerpunktes des Familienbundes – nämlich die Beratung und Unterstützung von Familien – soll in diesem Sinn auch das familiäre Umfeld frühzeitig informiert und aktiviert werden.

 

 

Migranten für Migranten – Ausweitung der Ausbildung zum interkulturellen Peer

 

Ausweitung und Weiterentwicklung von sogenannten Peer-Ausbildungen in Zusammenarbeit mit der Volkshilfe Oberösterreich, sowie Streetworkangeboten im Zentralraum. Kulturelle und sprachliche Kompetenz von Migrant/-innen wird genutzt indem sie zu Coaches & Peers ausgebildet werden, um dann in den eigenen Communities Informations-, Sensibilisierungs- und Präventionsarbeit leisten. Durch das Peer-System wird die Akzeptanz der Inhalte deutlich gefördert.

 

Ausbau der Kooperation mit Jugendpolizei und Jugendkontaktbeamten

 

Zehn Polizisten sind derzeit in Linz nebendienstlich als Jugendkontaktbeamte tätig. Diese Sondergruppe „JUKOB“ hat besondere Szenekenntnisse und leistet auch präventive Aufklärungsarbeit. Sie führen mit Jugendlichen Normverdeutlichungs-Gespräche und führen auch Schwerpunktkontrollen bei Hotspots der Jugendszene durch. Das Integrationsressort hat seine Arbeit mit den Jugendkontaktbeamten intensiviert und es gibt einen regelmäßigen Austausch. Für 2024 ist die Umsetzung folgender Projekte vereinbart:

 

  • In der Ansprache krimineller Jugendlicher hat die Berliner Polizei mit der Operativen Gruppe Jugendeinheit (OGJ) bereits eine schlagkräftige Einheit im Kampf gegen Jugendkriminalität. Hier soll es eine gemeinsame Ausbildung bzw. eine gemeinsame Fortbildung
  • Etwa 35 % in der Berliner Polizei sind Menschen mit Migrationshintergrund. Das erleichtert den Zugang der Polizei zu ausländischen Communitys bzw. soll auch die Arbeit der Polizei im Kampf gegen Parallelgesellschaften erleichtern. Auf dieses Basis will die Integrationsstelle des Landes gemeinsam mit der Polizei Oberösterreich erörtern, wie mehr Personen mit Migrationshintergrund für den Polizeidienst gewonnen werden können.
  • Erasmus-Programme ermöglichen es Polizisten, sich innerhalb anderer Länder mit Polizeikolleg/innen auszutauschen und fortzubilden. Diese Möglichkeiten haben beispielsweise die Linzer Jugend-Kontaktbeamt/innen genutzt und sich mit ihren Berliner Kolleg/innen bei einem mehrtätigen Seminar ausgetauscht. Diese Erasmus-Programme sollen geprüft und in bestimmten Bereichen ausgebaut werden.

 

Stärkung des interreligiösen Zusammenlebens

Gerade der wieder aufflammende Nahostkonflikt zeigt wie wichtig der Dialog zwischen den Religionen ist. Auch in Oberösterreich sind verstärkt radikalisierende Strömungen und Antisemitismus zu beobachten. Auf Initiative von Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer wird der Dialog zwischen dem Integrationsressort und der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Oberösterreich gestärkt. Gemeinsam mit dem Religionsbeirat soll 2024 auch ein Handbuch für Kommunen entstehen, wie Religionsgemeinschaften bzw. Moscheevereine besser ins Gemeindeleben integriert werden können.

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